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Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. (lateinisch Benedictus PP. XVI), bürgerlich Joseph Alois Ratzinger ( - 16. April 1927 in Marktl am Inn, Bayern, Deutschland), ist das derzeitige Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche. Er wurde am 19. April 2005 im vierten Wahlgang nach 26 Stunden Konklave zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt. Er besitzt sowohl die deutsche als auch die vatikanische Staatsbürgerschaft.
Benedikt XVI., nach kirchlicher Zählung der 265. Papst in der Geschichte der Katholischen Kirche, war zuvor Dekan des Kardinalskollegiums und Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. Er galt als einer der bedeutendsten Kardinäle und wurde häufig als theologisch und kirchenpolitisch rechte Hand Papst Johannes Pauls II. bezeichnet.
In der öffentlichen Wahrnehmung gilt Benedikt XVI. als eher konservativ.
Leben
Jugend
Joseph Alois Ratzinger wurde im oberbayerischen Marktl am Inn (Sprengel im niederbayerischen Bistum Passau) als Sohn des Gendarmeriemeisters Joseph ( - 6. März 1877, † 25. August 1959) und der Köchin Maria, geb. Peintner ( - 7. Januar 1884, † 16. Dezember 1963) geboren. Er hat zwei Geschwister, Maria Ratzinger ( - 7. Dezember 1921, † 2. November 1991) und Georg Ratzinger ( - 15. Januar 1924). Das Umfeld, in dem Ratzinger aufwuchs, war tief religiös geprägt.
1924
1924
Zwei Jahre nach seiner Geburt, am 11. Juli 1929, zog die Familie nach Tittmoning an der Salzach, am 5. Dezember 1932 nach Aschau am Inn, wo Joseph seine Grundschulzeit verbrachte. In den 1930er Jahren, nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, kaufte der Vater ein kleines Bauernhaus in Hufschlag bei Traunstein. Hier, so Ratzinger in seinen Erinnerungen, sei die „eigentliche Heimat“ der Familie gewesen, da sich der Vater, der als Gendarm sein ganzes Leben beruflich flexibel sein musste, nach der Pensionierung dort niedergelassen hatte. Trotz der finanziellen Belastung schickten die Eltern Joseph Ratzinger auf das Studienseminar St. Michael, wo der Einser-Schüler durch seinen besonderen Ehrgeiz auffiel.
Joseph Ratzinger wurde 1941 mit 14 Jahren - wie alle Seminaristen seit 1939 - zwangsweise in die Pflicht-HJ aufgenommen. Nahezu alle Jugendlichen wurden zu diesem Zeitpunkt gemäß der Dienstpflicht des Gesetzes über die Hitler-Jugend (1936) in die Jugendorganisation integriert. Ein Zeitzeuge berichtete der FAZ, dass die Seminaristen ein rotes Tuch für die Nazis waren und verdächtigt wurden, Widerstand gegen das Regime zu leisten. Im Alter von 16 Jahren wurde Joseph Ratzinger als Flakhelfer für den Schutz einer BMW-Fabrik außerhalb Münchens eingesetzt. Auf die Frage eines Vorgesetzten nach seinem Berufsziel gab er schon damals das Priesteramt an. 1944 wurde er zur Grundausbildung eingezogen und ins österreichische Burgenland zum Reichsarbeitsdienst versetzt, wo er unter anderem bei der Errichtung von Panzersperren eingesetzt wurde. In den letzten Kriegstagen desertierte er. Dennoch kam er 1945 kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft in einem Lager bei Neu-Ulm. Als Seminarist des in Traunstein ansässigen damaligen Priesterseminars machte er das Abitur auf dem Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.
Studium
Von 1946 bis 1951 studierte Ratzinger Katholische Theologie und Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising sowie am Herzoglichen Georgianum der Universität München und Freiburg. In Freising trat er der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Lichtenstein-Hohenheim zu Freising-Weihenstephan im KV bei.
Nach eigener Auskunft wurde der nach Abkehr von der Dominanz des Neukantianismus suchende Student insbesondere durch Werke von Gertrud von le Fort, Ernst Wiechert, Fjodor Dostojewski, Elisabeth Langgässer, Theodor Steinbüchel, Martin Heidegger und Karl Jaspers beeinflusst. Als Schlüssellektüre bezeichnete er Steinbüchels Umbruch des Denkens. Zum Abschluss seines Studiums sah er sich bei den älteren Kirchenvätern eher zum tatkräftigen Augustinus als zu Thomas von Aquin hingezogen; bei den Scholastikern interessierte er sich für den heiligen Johannes Bonaventura.
Akademische Karriere
Johannes Bonaventura
Im Jahre 1953 wurde Ratzinger mit der Arbeit Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche an der Universität München zum Doktor der Theologie promoviert. 1957 habilitierte er sich an der Universität München im Fach Fundamentaltheologie mit der Schrift Die Geschichtstheologie des hl. Bonaventura.
1958 trat der damals 31-Jährige eine Professur für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising (heute Teil der Ludwig-Maximilians-Universität München) an. 1959 wurde er an die Universität Bonn berufen. Seine Antrittsvorlesung hielt er über das Thema „Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophie". Den Bonner Lehrstuhl hatte er inne, bis er 1963 dem Ruf an das Seminar für Dogmatik und Dogmengeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster folgte. Zu seiner dortigen Antrittsvorlesung am 28. Juni 1963 zum Thema Offenbarung und Überlieferung sollen sich Studierende und Dozenten in den völlig überfüllten Hörsaal 1 im Fürstenberghaus gedrängt haben, um den mittlerweile sehr bekannten Theologen zu hören.
Von 1966 bis 1969 hatte Ratzinger – auf Betreiben von Hans Küng – einen Lehrstuhl für Katholische Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen inne. Er folgte 1969 einem Ruf an die Universität Regensburg, wo er Dogmatik und Dogmengeschichte lehrte. Im Jahr 1976 wurde er Vizepräsident der Universität, ehe er 1977 zum Erzbischof ernannt wurde. Bis zu seiner Wahl zum Papst wurde er in Regensburg als Honorarprofessor geführt.
In seinem Werk "Einführung in das Christentum" schrieb Ratzinger 1968 als noch junger Theologe Deutungen nieder, die als gegen die damals maßgeblichen römischen Theologen gerichtet gewertet wurden. Er stellte dar, dass es zu den moralischen Pflichten eines Papstes gehöre, vor jeder Entscheidung die Stimme der Kirche allumfassend zu hören. Er kritisierte, dass die Kirche zu "zentralistisch" und zu stark "von Rom kontrolliert" sei. Sie habe zu "straffe Zügel" und "zu viele Gesetze". Selbst den Primat des Papstes zählte Ratzinger nicht zu den primären Elementen des Kirchenbegriffs. Dieser könne nicht als eigentlicher Konstruktionspunkt des Begriffs der "Ecclesia" gelten. Er betonte, dass der Begriff "katholisch" die bischöfliche Struktur der Kirche herausstreiche.
Priester und Erzbischof
1951 empfing er zusammen mit seinem Bruder Georg Ratzinger das Sakrament der Priesterweihe durch den damaligen Erzbischof von München und Freising, Michael Kardinal von Faulhaber. Seine Primiz feierte er in der Stadtpfarrei St. Oswald in Traunstein.
Während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) war Ratzinger auch Berater und Redenschreiber des Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings. Er vertrat in dieser Eigenschaft eine reformorientierte Auffassung, etwa bezüglich der Besetzung von Kommissionen oder des Kurientextes über die Offenbarung. Eine von Ratzinger verfasste Rede Frings gegen neuscholastische Erstarrung Roms und gegen Missstände im Heiligen Offizium verlangte summarisch transparentere Verfahren. Sie wurde als Paukenschlag und als Brandrede gewertet und fand unter den Zuhörern des Zweiten Vatikanischen Konzils starken Beifall. Die Rede machte Ratzinger schlagartig in Kirchenkreisen bekannt. Unter dem Schlagwort aggiornamento (in das Heute bringen) war er Anhänger einer Öffnung der Kirche. Diese liberale Grundeinstellung, mit der er die Veränderungen des Konzils befürwortete, relativierte sich jedoch in der Folgezeit – nach eigenen Angaben während der 68er-Bewegung u. a. in Tübingen –, da er den Glauben durch heraufkommende „Beliebigkeit“ gefährdet sah. In Universitätsveranstaltungen war es zum Teil zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, die den jungen, eher zurückhaltenden Hochschullehrer mutmaßlich persönlich getroffen haben. Der einst als Reformer gehandelte Ratzinger wandelte sich zum Bewahrer. So bildete sich das konservative Bild, das sich in der öffentlichen Wahrnehmung verfestigt hat. Die konservative Einstellung behielt er auch als Professor und Erzbischof von München und Freising bei. Sie trug offenbar maßgeblich zu seiner späteren Ernennung zum Präfekten der Glaubenskongregation durch Papst Johannes Paul II. bei.
1976 wurde Ratzinger der Ehrentitel eines Päpstlichen Ehrenprälaten für besondere Verdienste um die Kirche verliehen.
Päpstlichen Ehrenprälaten
Im März 1977 ernannte Papst Paul VI. Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising. Die Bischofsweihe empfing er am 28. Mai durch den Bischof von Würzburg, Josef Stangl. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Regensburg, Rudolf Graber, sowie der Weihbischof von München und Freising, Ernst Tewes. Bereits einen Monat später wurde er am 27. Juni zum Kardinal erhoben. Als solcher empfing er den polnischen Episkopat in München, darunter auch Karol Wojtyła, der bald darauf, nach dem kurzen Pontifikat von Johannes Paul I., zum Papst gewählt wurde. An beiden Wahlen war Ratzinger beteiligt. Ratzingers Bischofsmotto lautet: Cooperatores veritatis (lat, deutsch: Mitarbeiter der Wahrheit, nach 3 Joh,8).
Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
3 Joh
Joseph Ratzinger war vor seiner Wahl zum Papst seit dem 25. November 1981 Präfekt der Glaubenskongregation mit einem Stab von 40 Mitarbeitern. Im Jahr 1992 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof der suburbikarischen Diözese Velletri-Segni. Ab 1998 war Ratzinger Subdekan des Kardinalskollegiums und wurde 2002 zum Kardinaldekan und damit zum Titularbischof von Ostia ernannt.
Joseph Ratzinger war als Präfekt der Glaubenskongregation für die Ablehnung des Vatikans von Priesterehen, Befreiungstheologie (massiver Konflikt mit Leonardo Boff und Gustavo Gutiérrez), gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, künstlichen Formen der Empfängnisverhütung, und - aus der Sicht seiner Kritiker - von pluralistischen Ansätzen in der Kirche und Forderungen nach Dezentralisation der Kirche mitverantwortlich. Innerkirchliche Kritiker wie Roger Haight, Jacques Dupuis, Anthony de Mello und Tissa Balasuriya wurden mit Bußschweigen, Ämterverlust oder mit Exkommunikation bestraft.
Auch in Fragen der Ökumene wird Ratzinger von Kritikern eher als Bremser gesehen, jedoch gestattete er dem Taizégründer und Protestanten Frère Roger bei der Messe zur Beerdigung Johannes Pauls II. die Teilnahme an der Kommunion, was von einigen Beobachtern als Sensation aufgenommen wurde. Frère Roger hatte allerdings bereits seit ca. 20 Jahren immer wieder die Kommunion aus der Hand Papst Johannes Pauls II. empfangen; laut Medienberichten erkennt er die katholische Lehre zur Eucharistie als wahr an. Das umstrittene päpstliche Lehrschreiben Dominus Iesus, bei dem Ratzinger die Feder geführt hatte, richtete nach Einschätzung vieler ökumenischen Schaden an.
Eine Beteiligung von Frauen am Priesteramt wurde und wird von Benedikt XVI. kategorisch ausgeschlossen. Das Lehrschreiben Ordinatio Sacerdotalis von Johannes Paul II., das die Priesterweihe für Frauen ein für alle mal untersagt, wurde von Benedikt XVI. (damals noch Joseph Kardinal Ratzinger) als unfehlbar bezeichnet. Mit den deutschen Bischöfen, insbesondere mit Karl Kardinal Lehmann, verwickelte sich Ratzinger in verschiedene Konflikte, etwa über die Möglichkeit der Teilnahme an der Kommunion durch geschiedene-wiederverheiratete Katholiken. Kardinal Lehmann musste in dieser Frage einlenken, obwohl er nach allgemeiner Einschätzung über gute Argumente verfügte.
Großen Anteil hatte Ratzinger am Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, Weltkatechismus), in dessen drittem Teil u. a. die Sexualmoral in Glaubenssätzen und Lehrregeln der katholischen Kirche vorgegeben wird. Kritiker dieser konservativen Festlegungen bemängeln, dass Begründungen für diese Abschnitte fehlten oder tautologisch seien, insbesondere dort, wo sie – zum Teil sehr weit – über jene der Zehn Gebote hinausgehen.
Von der katholischen Kirche wird dieser Einwand wiederum mit dem Argument zurückgewiesen, dass nach römisch-katholischem Glauben die Kirche im Stande sei, die Bibel auszulegen. Als Papst übergab er am 28. Juni 2005 ein Kompendium der katholischen Lehre, eine Kurzfassung des Katechismus der Katholischen Kirche, der Öffentlichkeit. Auch an dessen Fertigstellung wirkte er bereits als Präfekt der Glaubenskongregation wesentlich mit.
In Deutschland trieb Ratzinger den Ausstieg aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung voran, da er in der Teilnahme eine Form der Mitwirkung an Abtreibungen sah. Der Ausstieg geschah gegen die Mehrheitsmeinung der deutschen Bischöfe, die der Überzeugung waren, dass die Schwangerenberatung einen wichtigen Beitrag zum Schutz von ungeborenem Leben leistet.
Seinen Aufruf, Abtreibungsbefürwortern in der Politik die Kommunion zu verweigern, empfanden Kritiker als Einmischung in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2004 zu Lasten John Kerrys.
Sein Doktorvater Clemens Gottlieb Söhngen soll sich über die bayerische Rauflust seiner Dissertation amüsiert haben, dennoch wirkt er im Umgang mit Menschen schüchtern und zurückhaltend. Wegen seines geschliffenen Redetalents soll Benedikt XVI. als Kardinal den Spottnamen Goldmund getragen haben - eine Anspielung auf den Roman Narziss und Goldmund des frühexistentialistischen Dichters Hermann Hesse, den Ratzinger zu seinen Lieblingsschriftstellern zählt.
Die umfangreichen Aufgaben der römischen Weltkirche veranlassten Ratzinger selbst, den Papst wiederholt um seine Entlassung zu bitten, um sich in seiner bayerischen Heimat Pentling bei Regensburg der Schriftstellerei widmen zu können. Zu seinem 75. Geburtstag stellte er das Rücktrittsgesuch, das traditionellerweise beim Erreichen dieses Alters eingereicht wird. Der Papst lehnte das Gesuch jedoch ab, und so setzte er den Dienst bis zum Ende des Pontifikates fort.
Papstwahl 2005
Spekulationen im Vorfeld
Regensburg
Seit Januar 2005 wurde Ratzinger in der Presse als möglicher Nachfolger von Papst Johannes Paul II. gehandelt. Dennoch galt die Wahl als völlig offen, da sich bei vielen vergangenen Papstwahlen der römische Grundsatz bewahrheitet hatte: Wer als Papst ins Konklave zieht, kommt als Kardinal wieder heraus. Auch das Time Magazine, das Ratzinger als papabile ansah, schrieb: Nicht jeder im Vatikan ist überzeugt, dass Ratzinger im Augenblick der richtige Mann wäre.
Am 8. April 2005 leitete Ratzinger in Rom die Begräbnisfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. Im Zusammenhang mit dem Tode Johannes Pauls II. fiel ihm als Kardinaldekan die Schlüsselrolle zu, die Kardinäle zum Konklave einzuberufen.
Konklave
Konklave
Am 18. April 2005 hielt Joseph Ratzinger eine vielbeachtete, gegen Materialismus und Relativismus gerichtete Predigt und leitete die am selben Tag begonnene Papstwahl. Schon am Nachmittag des folgenden Tages wurde er zum 265. Papst in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gewählt. Nach den am 23. September 2005 bekannt gewordenen Angaben eines anonym gebliebenen Kardinals erhielt Ratzinger im entscheidenden Wahlgang 84 Stimmen. In den drei vorausgegangenen Wahlgängen hatte er 47, 65 bzw 72 Stimmen erreicht und dabei jeweils vor dem argentinischen Kardinal Jorge Mario Bergoglio gelegen.
Er gab sich den Papstnamen Benedikt XVI. Es wird vermutet, dass er mit dieser Namenswahl auf den Ordensgründer Benedikt von Nursia, Patron Europas, aber auch auf seinen Namensvorgänger Benedikt XV. (Pontifikat 1914-1922) anspielt, der als „Friedenspapst” bezeichnet wurde, obwohl seiner Friedensinitiative bei den kriegführenden Parteien des Ersten Weltkrieges kein Erfolg beschieden war. Vielleicht spielt die Namensgleichheit auch auf Benedikt XV. versöhnlichere Haltung nach den harten Auseinandersetzungen seines Vorgängers Papst Pius X. mit dem Modernismus an (vgl. Antimodernisteneid).
(siehe auch: andere Päpste namens Benedikt)
Benedikt XVI. ist der erste Deutsche als Papst seit Hadrian VI. vor 482 Jahren.
Drei Tage vor seiner Wahl zum Papst wurde Joseph Ratzinger 78 Jahre alt und ist damit der älteste gewählte Kandidat seit Clemens XII. (1730). Benedikt XVI. beherrscht mehrere Fremdsprachen (Italienisch, Französisch, Latein, Englisch und Spanisch) und liest außerdem Altgriechisch und Hebräisch.
Siehe auch: Konklave 2005
Stimmen zur Wahl
Die Wahl von Benedikt XVI. wurde in den Medien unterschiedlich aufgenommen. Die britischen Boulevardzeitungen sahen Ratzinger besonders negativ („Panzerkardinal“, „Papa Razzi“, „God's Rotweiler“, Nazi-Vorwürfe trotz seines damaligen noch jugendlichen Alters und zwangsweiser Einberufung in NS-Organisationen). Die türkische Presse sah in dem neuen Papst überwiegend einen „Feind der Türkei“. Bild titelte doppeldeutig patriotisch: „Wir sind Papst“. Es gab neben skeptischen oder gar ablehnenden Stimmen aber auch viele, die angesichts der ersten Gesten im Amt dem „Bewahrer“ Ratzinger als Papst Benedikt XVI. auch durchaus versöhnlichere Töne zutrauten. Als Anzeichen hierfür wurden u. a. die Namenswahl Benedikt als Hinweis auf den „Friedenspapst“ Benedikt XV. und den heiligen Benedikt als Schutzpatron Europas gesehen, aber auch die Gesten gegenüber der jüdischen Gemeinde und gegenüber den anderen christlichen Kirchen.
Pontifikat
Amtseinführung
jüdischen Gemeinde
Am Sonntag, den 24. April 2005 erhielt Benedikt XVI. im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Petersplatz den Fischerring und das Pallium als Zeichen des Petrusdienstes. Vor mehreren hunderttausend Gläubigen und Regierungsvertretern aus aller Welt betonte er, dass er keine Regierungserklärung abgeben wolle. Er sprach von einem unerhörten Auftrag, der doch alles menschliche Vermögen überschreitet. Zugleich betonte er: Die Kirche lebt, die Kirche ist jung!
Wappen
Pallium
Das von Benedikt XVI. gewählte Wappen enthält Symbole, die sich bereits in seinem erzbischöflichen Wappen fanden: Den Bär des Diözesanpatrons Korbinian aus dem Stadtwappen Freisings sowie den gekrönten Mohr aus dem Wappen der Erzbischöfe von München-Freising, ergänzt durch eine Muschel als Anspielung auf eine Legende über des Papstes Lieblingstheologen St. Augustinus. Überraschenderweise ließ er die jahrhundertelang sich mit den gekreuzten Schlüsseln über dem Wappenschild erhebende Tiara durch eine einfache Mitra ersetzen, die aber ähnlich wie bei den Kronreifen der Tiara mit drei goldenen Bändern geschmückt ist, die für die drei Gewalten des Papstes stehen: Weiheamt, Jurisdiktion und Lehramt. Sie sind vertikal im Zentrum miteinander verbunden, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen. Unter dem Wappen ist erstmals das Pallium in einem Papstwappen dargestellt. (siehe: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/elezione/stemma-benedict-xvi_ge.html)
Pontifikalreisen
29. Mai 2005 Pastoralbesuch in Bari zum Abschluß des Nationalen Eucharistischen Kongresses
18. August 2005 - 21. August 2005: Deutschland - Köln zum XX. Weltjugendtag
Entscheidungen
Kurz nach seiner Amtseinführung bestätigte der neue Papst alle Leiter der Kongregationen. Seine eigene ehemalige Funktion als Vorsitzender der Glaubenskongregation übertrug er knapp einen Monat später dem Erzbischof von San Francisco, William Joseph Levada.
In Fragen der Abtreibung und Sterbehilfe stellte Benedikt XVI. klar, dass er die Linie seines Vorgängers Johannes Paul II., die er als Leiter der Glaubenskongregation entscheidend mitgeprägt hatte, beibehalten werde: "Als er (Johannes Paul II.) sich den fälschlichen Interpretationen von Freiheit gegenübersah, hat er unmissverständlich die Unverletzlichkeit des menschlichen Wesens unterstrichen, die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod."
In mehreren kleinen Entscheidungen, etwa hinsichtlich der Benutzung eines Palliums im alten Stil oder der Wortwahl bei seiner Besitzergreifung der Lateranbasilika, ist eine Orientierung an der Tradition der ungeteilten Kirche vor 1054 zu erkennen sowie eine bescheidenere Art der Amtsführung (z. B. Rückübertragung der von Papst Johannes Paul II. an sich gezogenen Rolle der Seligsprechungen an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse).
Bezüglich der Kritiker der katholischen Kirche verfolgt Papst Benedikt XVI. eine Politik der Offenheit zum Gespräch. So empfing er am 26. August 2005 die Islamkritikerin Oriana Fallaci, am 29. August 2005 den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., den 1988 exkommunizierten Bischof Bernard Fellay, und am 24. September 2005 den vom Vatikan 1979 gemaßregelten Tübinger Theologen Hans Küng.
Mitgliedschaften und Ehrungen
Auflistung siehe: Mitgliedschaften und Ehrungen Benedikts XVI.
Benedikt XVI. ist Mitglied bzw. korrespondierendes Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien in Europa, Ehrendoktor von acht Hochschulen und Ehrenbürger der Gemeinden Pentling (1987) und Marktl am Inn (1997).
Er erhielt in Deutschland, Italien und in anderen Ländern unzählige Orden, vom Karl-Valentin-Orden des Münchner Faschings bis zum Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband.
Werke (Auswahl)
Die Publikationsliste Joseph Ratzingers umfaßt über 600 Titel. Vieles von seiner wissenschaftlichen Arbeit führte nicht unmittelbar zu eigenen Veröffentlichungen, beanspruchte aber viel Zeit und fand seinen Niederschlag in unterschiedlichen Gremien, Kommissionen und kirchenamtlichen Dokumenten. Hier eine Auswahl von wichtigen Veröffentlichungen:
- Wort Gottes - Schrift, Tradition, Amt, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-451-28909-1
- Werte in Zeiten des Umbruchs, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-451-05592-9
- Unterwegs zu Jesus Christus, Augsburg 2003, ISBN 3-936484-21-X
- Glaube - Wahrheit - Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen, 2. Aufl., Freiburg i. Brsg. 2003, ISBN 3-451-28110-4.
- Erklärung Dominus Iesus, Februar 2001, ISBN 3-717-11087-X
- Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. Hrsg. von Horn, Stephan Otto/ Pfnür, Vinzenz, Augsburg 2001, ISBN 3-929246-69-4
- Gott und die Welt. Glauben und Leben in unserer Welt. Ein Gespräch mit Peter Seewald, Köln 2000, ISBN 3-426-77592-1
- Der Geist der Liturgie. Eine Einführung, 4. Aufl., Freiburg i. Brsg. 2000, ISBN 3-451-27247-4
- Einführung in das Christentum (2000), ISBN 3-466-20455-0
- Aus meinem Leben. (1927-1977), Stuttgart 1998, ISBN 3-453-16509-8
- Vom Wiederauffinden der Mitte. Texte aus vier Jahrzehnten, Freiburg i. Brsg. 1997, ISBN 3-451-26417-X
- Im Anfang schuf Gott. Vier Predigten über Schöpfung, Fall und Konsequenzen des Schöpfungsglaubens Johannes Vlg, Neuausg. 1996. ISBN 3-89411-334-0
- Salz der Erde. Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende. Ein Gespräch mit Peter Seewald, Wilhelm Heyne Verlag, München, 1996, ISBN 3-453-14845-2
- Das Fest des Glaubens. Versuche über die kirchliche Liturgie Johannes Vlg, 3. Aufl. 1993, ISBN 3-89411-199-2
- Wahrheit, Werte, Macht. Prüfsteine der pluralistischen Gesellschaft, Freiburg/ Basel/ Wien 1993, ISBN 3-78200-812-X
- Zur Gemeinschaft gerufen. Kirche heute verstehen, Freiburg/ Basel/ Wien 1991, ISBN 3-45122-299-X
- Auf Christus schauen. Einübung in Glaube, Hoffnung, Liebe, Freiburg/ Basel/ Wien 1989, ISBN 3-45121-481-4
- Abbruch und Aufbruch. Die Antwort des Glaubens auf die Krise der Werte, München 1988, ISBN 3-59730-061-8
- Liturgie und Kirchenmusik. Vortrag zur Eröffnung des VIII. Internationalen Kongresses für Kirchenmusik in Rom im Europäischen Jahr der Musik am 17. November 1985 (Reden zur Musik) Sikorski, H, 1987, ISBN 3-920880-23-4
- Kirche, Ökumene und Politik. Neue Versuche zur Ekklesiologie [Robert Spaemann zum 60. Geburtstag zugeeignet], Einsiedeln 1987, ISBN 3-89411-201-8
- Politik und Erlösung. Zum Verhältnis von Glaube, Rationalität und Irrationalem in der sogenannten Theologie der Befreiung (= Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften: G (Geisteswissenschaften), Bd. 279), Opladen 1986, ISBN 3-53107-279-X
- Die Krise der Katechese und ihre Überwindung. Rede in Frankreich Mit Reden v. Ryan, Dermot J; Danneels, Gotfried; Macharski, Franciszek (Sammlung Kriterien, 00064) Johannes Vlg, 1983, ISBN 3-89411-200-X
- Theologische Prinzipienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie (= Wewelbuch, Bd. 80), München 1982.
- Das Fest des Glaubens. Versuche zur Theologie des Gottesdienstes, 2. Aufl., Einsiedeln 1981.
- Eschatologie, Tod und ewiges Leben, Leipzig 1981.
- Glaube, Erneuerung, Hoffnung. Theologisches Nachdenken über die heutige Situation der Kirche. Hrsg. von Kraning, Willi, Leipzig 1981.
- Umkehr zur Mitte. Meditationen eines Theologen, Leipzig 1981.
- Zum Begriff des Sakramentes (= Eichstätter Hochschulreden, Bd. 79), München 1979.
- Die Tochter Zion. Betrachtungen über den Marienglaube der Kirche, Einsiedeln 1977.
- Der Gott Jesu Christi. Betrachtungen über den Dreieinigen Gott, München 1976.
- Dogma und Verkündigung, 3. Aufl., München 1973, ISBN 3-879-04050-8
- Das neue Volk Gottes. Entwürfe zur Ekklesiologie (Topos-Taschenbücher, Bd. 1) Düsseldorf 1972.
- Die Einheit der Nationen. Eine Vision der Kirchenväter (= Bücherei der Salzburger Hochschulwochen), Salzburg u. a. 1971.
- Das Problem der Dogmengeschichte in der Sicht der katholischen Theologie (= Arbeitsgemeinschaft für Forschungen des Landes Nordrhein-Westfalen: Geisteswissenschaften, Bd. 139), Köln u. a. 1966.
- Die sakramentale Begründung christlicher Existenz, Freising-Meitingen, 1966
- Die letzte Sitzungsperiode des Konzils (= Konzil, Bd. 4), Köln 1966.
- Ereignisse und Probleme der dritten Konzilsperiode (= Konzil, Bd. 3), Köln 1965.
- Die erste Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Rückblick (= Konzil, Bd. 1), Köln 1963.
- Das Konzil auf dem Weg. Rückblick auf die 2. Sitzungsperiode des 2. Vatikanischen Konzils (= Konzil, Bd. 2), Köln 1963.
- Die christliche Brüderlichkeit, München 1960.
- Habilitationsschrift: Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura, München 1959, Neuauflage im EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien ISBN 3-88096-081-X
- Dissertationsschrift: Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche (= Münchner theologische Studien 2/7), München 1954, Neuauflage im EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien ISBN 3-88096-207-3
Literatur
- Klaus-Rüdiger Mai: Benedikt XVI Lübbe-Verlag, 2005, ISBN 3-785-72236-2
- Helmut S. Ruppert: Benedikt XVI. Der Papst aus Deutschland. Echter Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-429-02744-6
- Alexander Kissler: Der deutsche Papst. Benedikt XVI. und seine schwierige Heimat. Verlag Herder, Freiburg 2005, ISBN 3451288672
- Pater Prior Maximilian Heim: Joseph Ratzinger - Kirchliche Existenz und existenzielle Theologie unter dem Anspruch von Lumen gentium (Doktorarbeit). Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-51456-5
- John L. Allen: Cardinal Ratzinger. The Vatican's enforcer of the faith. Continuum, New York 2000. Englisch: ISBN 0826413617, Deutsch: ISBN 3491724570
- Aidan Nichols: The Theology of Joseph Ratzinger. An Introductory Study. T & T Clark, Edinburgh 1988. Englisch: ISBN 0567291480
- Karl Wagner: Kardinal Ratzinger. Der Erzbischof in München und Freising in Wort und Bild. Pfeiffer, München 1977. ISBN 3790402532
Weblinks
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- [http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/biography/documents/hf_ben-xvi_bio_20050419_short-biography_ge.html Offizielle Biographie von Benedikt XVI. auf der Webseite des Vatikans]
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- [http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bratz.html Ämterlaufbahn Ratzingers in der Katholischen Kirche] (englisch)
- [http://www.forschung-und-lehre.de/cms/index.php?menu_id=6&nur_dieser_inhalt_id=1533 Beitrag des DHV: "Wissenschaftler - Hochschullehrer - Papst:Ein Portrait Benedikts XVI."]
- [http://www.papstbenediktxvi.ch Zitate von Papst Benedikt XVI. zu verschiedenen Themen]
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Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes
Kategorie:Ehrenbürger
Benedikt XVI.
Benedikt XVI.
ja:ベネディクト16世 (ローマ教皇)
ko:교황 베네딕토 16세
ms:Paus Benedict XVI
simple:Pope Benedict XVI
th:สมเด็จพระสันตะปาปาเบเนดิกต์ที่ 16
zh-min-nan:Benedictus 16-sè
Papst
Papst (v. griech.: pappas, Vater; v. lat.: papa, Papa, Vater) ist der religiöse Titel für das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche (auch: Heiliger Vater oder Santo Padre).
Römisch-Katholischen Kirche
Unter der Bezeichnung Heiliger Stuhl agiert der Papst sowohl allein, als auch zusammen mit der Kurie international als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt und vertritt zugleich den Vatikanstaat (als staatliches Völkerrechtssubjekt), dessen Staatsoberhaupt er ist.
Der aktuelle Papst ist Benedikt XVI., der am 19. April 2005 in dieses Amt gewählt wurde.
Seit 1871 residiert der Papst im Apostolischen Palast neben dem Petersdom. Kathedralkirche des Papstes ist die Lateranbasilika. Der Papst-Thron wird auch Kathedra Petri genannt.
Geschichte
Kathedra Petri)]] Der Papst ist nach katholischer Auffassung und der einiger anderer christlicher Kirchen Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird und vermutlich um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitten hat. Einige Kritiker und einige Historiker bezweifeln jedoch, dass er je dort war.
Begründet wird dieser Anspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus-Evangelium der Bibel (Kapitel 16, Vers 18-19), die wie folgt lautet (Einheitsübersetzung):
Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein.
Umstritten ist, ob der 1. Clemensbrief aus dem Jahre 98 bereits eine Vorrangstellung der Gemeinde von Rom dokumentiert oder als brüderliche Ermahnung unter Gleichberechtigten anzusehen ist. In diesem Brief an die Gemeinde von Korinth fordert der damalige Bischof von Rom, Clemens, von den Korinthern die Rücknahme von abgesetzten Presbytern. Er nimmt Bezug auf das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus in Rom.
In der römisch-katholischen Kirche stammt die erste bekannte Verbindung des Titels "Papst" mit dem Bischof von Rom aus der Zeit des Marcellinus (†304), der in der Grabinschrift des Diakons Severus so bezeichnet wird. Bischof Siricius von Rom (385–399) bezeichnet sich als Erster amtlich als papa, als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom wird der Begriff von Gregor I. (590-604) gesetzlich festgeschrieben.
Vorher (ab dem 3. Jahrhundert) war es eine Ehrbezeichnung für Bischöfe, Patriarchen und Äbte vor allem im Orient – da die koptische Kirche bereits seit dem Konzil von Chalcedon 451 (vor Gregor) nicht mehr zur gleichen Kirche wie die lateinische gehört, führt ihr Oberhaupt ebenfalls den Titel Papst.
Seit Leo I. (Bischof von Rom 440 bis 461) führt der römische Papst die Bezeichnung „Pontifex Maximus“, den bis zu Kaiser Gratian der römische Kaiser als oberster römischer Priester trug (mögliche Etymologien unter anderem: Oberster Brückenbauer oder Pfadbahner).
Im Mittelalter ergab sich des Öfteren die Situation, dass es mehrere Päpste gleichzeitig gab, da zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten Papstes ein Gegenpapst eingesetzt wurde. Dazu kam es, weil sich zum Beispiel das Kardinalskollegium spaltete, der Kaiser oder römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Solche Eingriffe sind inzwischen unter Androhung der Exkommunikation verboten. Außerdem kam es im 14. Jahrhundert zur Verlegung der Residenz nach Avignon und zum großen Schisma (siehe Avignonesisches Papsttum und Abendländisches Schisma).
Im 15. Jahrhundert gewann der Konziliarismus an Auftrieb, der aber bald zurückgedrängt wurde.
Titel
Die Titel des Papstes lauten:
- Bischof von Rom
- Stellvertreter Jesu Christi auf Erden (Vicarius Christi)
- Nachfolger des Apostelfürsten (gemeint ist Petrus; beide Titel haben kirchenrechtlich keine Konsequenzen und spiegeln nur religiöse Aspekte wider)
- Oberster Priester der Weltkirche (Ehrentitel, der seine Stellung in der Liturgie regelt, gerade wenn Patriarchen konzelebrieren.)
- Oberster Brückenbauer (Pontifex maximus) (Geht zurück auf den Titel Pontifex Maximus im römischen Reich)
- Patriarch des Abendlandes
- Primas von Italien (ein Ehrenvorrecht, Primatentitel sind in der Rechtstellung aufgehoben)
- Metropolit und Erzbischof der Kirchenprovinz Rom (wie alle Erzbischöfe übt er eine Art Supervision über die Bischöfe der umliegenden Diözesen aus)
- Souverän des Staates der Vatikanstadt (der weltliche Titel des Papstes)
- Diener der Diener Gottes (ein Titel, den sich Papst Gregor der Große gegeben hat. Lateinisch: servus servorum dei)
Insignien
Vatikanstadt nicht mehr getragen]]
Die päpstlichen Insignien bestehen aus
- dem Papstthron
- der Papstkrone (Tiara). Papst Paul VI. war bislang der letzte Papst, der mit der Tiara gekrönt wurde. 1964 legte er die Tiara ab. Seine Nachfolger verzichteten fortan auf eine Krönungszerememonie, führten die Tiara aber weiterhin in ihrem persönlichen Wappen. Papst Benedikt XVI. ersetzte die Tiara in seinem persönlichen Wappen durch eine einfache Bischofsmitra mit drei goldenen, in der Mitte verbundenen Ringen.
- dem päpstlichen Hirtenstab (Ferula)
- dem Fischerring (anulus piscatoris)
- dem Pallium
- sowie einigen liturgischen Gewändern
Kleidung
Reisebekleidung und Alltagskleidung: Jeder Papst trägt sein eigenes Wappen auf den Gürtel gestickt. Der sog. Mantello ist ein roter Mantel für kaltes Wetter. Wie jeder Bischof trägt auch der Papst ein Pileolus. Im Laufe der Zeit hat sich die Bekleidung des Papstes zum Teil grundlegend verändert.
Bis auf die Papstkrone sind die päpstlichen Insignien spezielle Varianten der bischöflichen Insignien.
Kirchenrecht
Wahl
Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden; es gibt keine näheren Bestimmungen außer der, daß er unverheiratet sein muss. Allerdings war der letzte nicht als Kardinal gewählte Papst Urban VI. im 14. Jahrhundert (1378). Der Papst wird im Konklave, einer Versammlung aller Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Todes des Vorgängers jünger als 80 Jahre sind, auf Lebenszeit gewählt. Das Konklave wird jeweils in der Sixtinischen Kapelle (la cappella sistina) abgehalten. 1996 wurde mit der Konstitution Universi Dominici Gregis die früher geforderte Zweidrittelmehrheit plus eine Stimme ab dem 33. erfolglosen Wahlgang durch eine absolute Mehrheit ersetzt. Ist der Gewählte kein Bischof, oder ist er gar nur Laie, wird er noch im Konklave zum Bischof von Rom geweiht, so dass er dann Papst werden kann.
Nach (römisch-katholischem) kirchlichem Recht ist der Papst, wie alle Bischöfe, immer ein Mann. Ob es die in verschiedenen Überlieferungen erwähnte Päpstin Johanna tatsächlich gegeben hat, ist historisch nicht gesichert.
siehe auch: Sedisvakanz, Konklave
Namensgebung
Nach der erfolgten Wahl wird der neue Papst gefragt, welchen Namen er annimmt. Die Namenswahl unterliegt der freien Entscheidung des Papstes. Aus der Wahl des Namens versuchen Beobachter politische Ziele des neuen Papstes abzuleiten, indem die charakteristischen Eigenschaften von vorherigen Päpsten sowie Heiligen dieses Namens untersucht werden. So war der Name Pius vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der mit Abstand am häufigsten gewählte Name. Seit dem Tod von Pius XII. (1958) wurde er jedoch nicht mehr gewählt, da diesem Papst oft Untätigkeit gegenüber dem Holocaust vorgeworfen wird. Zudem verkörperten viele Päpste dieses Namens die besonders konservativen Kräfte der Kirche, wie Pius IX. mit dem Syllabus Errorum und Pius X. mit dem Antimodernisteneid. Ein Papst, der sich heute Pius nennen würde, gälte daher von Anfang an als sehr konservativ. (Lucian Pulvermacher, das Oberhaupt der ultrakonservativen True Catholic Church, hat sich den Namen Pius XIII. gegeben.)
Päpste können Namen annehmen, die die latinisierte Form ihres bürgerlichen Namens darstellen (Hadrian VI. = Adrian Florisz, Marcellus II. = Marcello Cervini), was jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vorgekommen ist. Viele Päpste nehmen die Namen bedeutender Vorgänger an (Leo, Gregor) oder auch jene von Heiligen (z. B. Paul VI. nach dem Apostel Paulus). Andere gehen nach der Bedeutung der Namen (Pius = fromm; Innozenz = unschuldig). Einige Päpste wählen ihren Namen aus persönlichen Gründen (Johannes XXIII. zu Ehren seines Vaters).
Ursprünglich behielten die Päpste nach der Wahl ihren bürgerlichen Vornamen. Der erste Papst, der seinen Namen änderte, war Johannes II. im Jahr 533. Er hieß eigentlich Mercurius und wollte als Papst nicht den Namen eines heidnischen Gottes tragen. Jedoch blieb die Annahme eines neuen Namens bis zum Ende des 1. Jahrtausends eine Ausnahme.
Der erste Papstname, der wiederholt verwendet wurde, war Sixtus (257). Seitdem werden die Namen, die mehrfach vergeben werden, wie Herrschernamen mit römischen Ziffern versehen. Die Päpste der Antike und des Frühmittelalters trugen jedoch häufig Namen, die kein zweites Mal in Gebrauch kamen. Einige der antiken Namen (Clemens, Pius) wurden ab dem Hochmittelalter und damit dem Aufkommen der Namenswahl wieder aufgegriffen.
Johannes Paul I. wählte in Erinnerung an seine beiden Vorgänger den ersten Doppelnamen der Papstgeschichte. Zugleich ist dies der erste neue Papstname seit Lando (913-914). Nachdem er nach 33 Tagen im Amt starb, wählte sein Nachfolger Karol Wojtyła ebenfalls diesen Papstnamen und wurde Johannes Paul II. genannt. Der Name des derzeitigen Papstes Benedikt XVI. nimmt Bezug auf Benedikt XV. (1914-1922), der vergeblich versuchte, den Ersten Weltkrieg zu verhindern bzw. zu beenden, sowie auf den Mönchsvater und Patron Europas, Benedikt von Nursia.
Rücktritte
Päpste werden grundsätzlich auf Lebenszeit gewählt, das Kirchenrecht sieht aber auch ausdrücklich die Möglichkeit eines Rücktritts vor:
:Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 — § 2. CIC)
Es gibt mehrere Beispiele von Rücktritten in der Geschichte der römischen Päpste: Der bekannteste dürfte der Rücktritt Coelestins V. im Jahr 1294 sein. Papst Gregor XII. wurde im Zuge des Konzils von Konstanz zum Rücktritt gezwungen. Benedikt IX. war ganze drei Mal Papst, trat dreimal zurück (1044, 1045, 1048) zu Gunsten seiner Verwandten. Die fromme Legende, es wäre bis jetzt nur ein Papst zurückgetreten (Coelestin V.), ist historisch nicht haltbar und widerlegt. Der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. lehnte noch in seinen letzten Lebenswochen einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ab.
Er begründete dies damit, dass er „sein Kreuz tragen“ und Christus im Leiden nachfolgen wolle. Auch Jesus sei nicht vom Kreuze gestiegen. Insbesondere in westlichen Gesellschaften wurde er dafür kritisiert; einige nehmen an, dies sei auf eine Tabuisierung des öffentlichen Leidens und Sterbens in westlichen Gesellschaften zurückzuführen.
Stellung und Kritik
Der universale Primatsanspruch des Bischofs von Rom entwickelte sich im Lauf des ersten Jahrtausends und gipfelte im Dictatus Papae von 1075. Der Papst gilt in der römisch-katholischen Kirche als oberster Herr der Gesamtkirche und Stellvertreter Christi auf Erden – ein Anspruch, der, abgesehen von den Unierten Kirchen, von allen übrigen Kirchen nicht anerkannt wird.
Das erste Vatikanische Konzil (1869 – 1870) erhob die Glaubensüberzeugung, der Papst sei, wenn er ex cathedra spricht, in Glaubensfragen unfehlbar, zum Dogma. Auch dieser Anspruch wird von den übrigen Kirchen abgelehnt; als Folge entstand zudem die Alt-Katholische Kirche. Ausdrücklich angewendet wurde das Unfehlbarkeitsdogma seit 1870 ein einziges Mal, 1950 bei der Formulierung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Enzykliken und Lehrschreiben des Papstes sind für die römisch-katholische Kirche zwar bindend, aber nicht ohne weiteres als unfehlbare Lehrentscheidungen anzusehen. Die theologische Diskussion hierüber ist nicht abgeschlossen.
In der Alten Kirche gab es fünf maßgebliche Patriarchen (in der Reihenfolge des durch ökumenische Konzile definierten Ehrenvortritts):
# den Bischof von Rom
# den Bischof von Konstantinopel (seit Chalcedon im gleichen Rang wie Rom, aber im Vortritt nach Rom, da Rom älter ist)
# den Bischof von Alexandria
# den Bischof von Antiochia
# den Bischof von Jerusalem
Damals schon galt unter einigen Christen der römische Bischofssitz als „primus inter pares“, da Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches war und die Kirche von Rom insbesondere durch die Gräber der „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus als verehrungswürdig angesehen wurde. Der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea († 339) notiert das Martyrium von Petrus und Paulus in Rom, als sei es eine in der ganzen Kirche bekannte Tatsache. Irenäus von Lyon († um 202) gibt die römische Ortstradition wieder, wonach das römische Bischofsamt sich in direkter Nachfolge vom Apostel Petrus herleite, der der erste Vorsteher (episkopos) der römischen Christengemeinde gewesen sei. Aber auch das Patriarchat von Antiochia beruft sich darauf, dass Petrus (bevor er nach Rom gegangen sei) dort der erste Bischof war (seit dem Jahr 38). Ebenso führen sich die übrigen Patriarchate (und einige weitere östliche Bischofssitze) auf einen Apostel zurück. Ob Petrus überhaupt jemals in Rom gewesen ist, ist unter Historikern umstritten.
Die römische Petrustradition ist historisch nicht ausgeschlossen, war aber in den ersten Jahrhunderten kein wichtiges Thema. Für die Anwendung von Matthäus 16,18 auf die Bischöfe von Rom als Petrusnachfolger findet sich das früheste schriftliche Zeugnis bei Papst Damasus I. im 4. Jahrhundert. Dort wird auch die römische Kirche erstmals exklusiv als "sedes apostolica" (apostolischer Stuhl) bezeichnet - eine Sonderstellung, die von den übrigen Patriarchaten nicht anerkannt wird. Durch die Teilung des Römischen Reiches wurden aber die monarchischen Tendenzen des einzigen westlichen (lateinischen) Patriarchensitzes weiter begünstigt.
Scharfe Kritiker sehen im Papsttum die Fortsetzung des Machtanspruchs des alten Roms. Die Konstantinische Wende rief einen völlig anderen Menschenschlag als den bisherigen an die Spitze der noch jungen Kirche. Während in den ersten Jahrhunderten Christen noch grausam verfolgt wurden und zum Christsein außerordentlich viel Mut gehörte, war nun das Christentum Teil der kaiserlichen Machtpolitik geworden und bot begehrenswerte (weil gut bezahlte und einflussreiche) Ämter. Die römische Kirche hatte im Westen die traditionelle Vorherrschaft Roms übernommen. Versuche, sie auf die übrigen Patriarchate auszudehnen, scheiterten jedoch. In der Folge setzte sich das Papsttum in Westeuropa mehr und mehr auch als weltlicher Herrscher durch.
Eine Stellvertreterschaft Gottes, die aus der Bibel nicht stichhaltig abzuleiten sei, habe ihr Vorbild dagegen im römischen Kaisertum. So war der Papst im Hochmittelalter in geistlichen und weltlichen Fragen Gebieter über Könige und Völker, was sich jedoch ab dem 14. Jahrhundert immer weniger durchsetzen ließ. Auch auf religiösem Gebiet kam es im Spätmittelalter zu einer immer stärkeren Diversifikation, wobei die Kirche allerdings hart gegen Andersdenkende in ihrem Machtbereich vorging.
Literatur
- Ludwig Ring-Eifel: Weltmacht Vatikan. Päpste machen Politik., Pattloch Verlag München 2004, ISBN 3629016790
- Horst Fuhrmann: Die Päpste, Beck, 2004, ISBN 3406510973
- Horst Herrmann: Die Heiligen Väter. Aufbau-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3746681103
- Georg Schwaiger: Papsttum und Päpste im 20. Jahrhundert. Von Leo XIII. zu Johannes Paul II.,C.H. Beck Verlag 1999, ISBN 3406448925
- Georg Denzler: Das Papsttum, C.H. Beck Verlag 1997, ISBN 3406418651
- Ludwig Freiherr von Pastor: Die Geschichte der Päpste, Freiburg im Breisgau 1928, 15 Bde.
Weblinks
- [http://www.katholisch.de/9000.htm Katholische Kirche im Internet: Der Papst]
- [http://www.ikvu.de/papst/ IKvu-SPECIAL: Papstamt und Petrusdienst]
- [http://www.requiem-projekt.de Datenbank zu den Grabmälern und Karrieren der Päpste in Renaissance und Barock]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Religion_und_Spiritualit%c3%a4t/Christentum/Glaubensrichtungen/Katholische/Personen/P%c3%a4pste/ Open Directory Project: Päpste]
- [http://papst.jesus.ch/ Papst Special auf jesus.ch]
- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/12staende.htm Aktuelle Literatur zum Papstamt]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]
Siehe auch
- Liste der Päpste
- Papstbesuche in Deutschland
- Papstaudienz
- Liste der historischen Gegenpäpste
- Konzil
- Sedisvakanz
- Konklave (d.h. Papstwahl)
- Primat
- Religiöse Titel
- Päpstin Johanna
- Pornokratie (Mätressenherrschaft)
Kategorie:Christentum
-
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher
Kategorie:Römisch-Katholische Kirche
Kategorie:Kirchenwesen
Kategorie:Herrschertitel
Kategorie:Kirchliches Amt
als:Papst
ja:ローマ教皇
ko:교황
ms:Paus (Katholik)
nb:Pave
simple:Pope
th:พระสันตะปาปา
16. April
Der 16. April ist der 106. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 107. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 259 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1246 - Friedrich von Hochstaden schenkt die Grafschaft Hochstaden seinem Bruder Konrad von Hochstaden, dem Erzbischof von Köln, zwecks Einverleibung in das Erzbistum Köln.
- 1525 - Weinsberger Bluttat, Tötung des Grafen Ludwig von Helfenstein durch aufständische Bauern vor Weinsberg (Deutscher Bauernkrieg)
- 1746 - Die Schlacht bei Culloden in Schottland beendet den Aufstand der Jakobiten.
- 1780 - Die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen) wird gegründet.
- 1896 - Ecuador. Staatspräsident Eloy Alfaro sorgt für die Trennung von Kirche und Staat, sowie für Religionsfreiheit.
- 1917 - Lenin kehrt aus dem Exil nach St. Petersburg zurück.
- 1922 - Mit dem Vertrag von Rapallo zwischen Deutschland und Russland verzichten beide Länder auf den Ersatz der Kriegskosten und die Begleichung der Kriegsschäden der anderen Seite.
- 1945 - Beginn der Schlacht um die Seelower Höhen
- 1950 - Die Briten unterbrechen ihre Bombenabwürfe auf Helgoland, das seit Kriegsende als Übungsziel gedient hat.
- 1962 - Georges Pompidou wird französischer Ministerpräsident.
- 1974 - Bei einem Armeeputsch im Niger wird Präsident Hamani Diori gestürzt und durch Seyni Kountché ersetzt.
- 1991 - George H. W. Bush kündigt die Einrichtung von Schutzzonen für Kurden im Nordirak an.
- 1992 - Ahmed Schah Massud übernimmt mit Hilfe der Mujahedin die Macht in Kabul.
- 2002 - 4 Wochen vor den Parlamentswahlen tritt die niederländische Regierung wegen der Mitverantwortung für das Massaker von Srebrenica (Bosnien) zurück.
- 2003 - Das Wrack der Goya wird genau 58 Jahre nach dem Untergang des Flüchlingschiffes entdeckt.
- 2003 - Die Staats- und Regierungschefs der bisherigen fünfzehn EU-Staaten und der zehn neuen ost- und südosteuropäischen Mitgliedesländer unterzeichnen in Athen die Beitrittsverträge zur EU-Osterweiterung..
- 2004 - José Luis Rodríguez Zapatero wird vom spanischen Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt. Damit löst er den Konservativen José María Aznar ab, der aufgrund seiner Informationspolitik im Zusammenhang mit den Madrider Zuganschlägen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist und damit die Wahlen von vor einem Monat deutlich verloren hat.
Wirtschaft
- 1903 - Kanada beschließt die Erhebung von Einfuhrzöllen auf deutsche Waren.
- 1948 - 16 europäische Staaten gründen in Paris die Organisation für europäische und wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC).
- 1996 - In Deutschland wird der Anbau von Hanf wieder erlaubt, wobei der Tetrahydrocannabinol-Gehalt 0,3% nicht überschreiten darf.
Wissenschaft, Technik
- 1943 - Dr. Albert Hofmann entdeckt bei Sandoz zufällig die psychoaktive Wirkung des LSD, das er bereits 1938 auf seiner Suche nach einem Kreislaufstimulans hergestellt hat.
- 1972 - Start der Apollo 16 Mission.
- 1982 - Das erste deutsche "Retortenbaby" wird in Erlangen geboren.
Kultur
- 1722 - Uraufführung des musikalischen Schauspiels Die unvergleichliche Psyche von Reinhard Keiser in Kopenhagen.
- 1782 - Uraufführung der Oper "Adriano in Siria" von Luigi Cherubini in Livorno.
- 1849 - Uraufführung der Oper "Le Prophète" (Der Prophet) von Giacomo Meyerbeer an der Grand Opéra Paris.
- 1851 - Uraufführung der Oper "Sapho" (Sappho) von Charles Gounod in Paris.
- 1905 - Uraufführung der Oper "Jessika" von Josef Bohuslav Foerster am Nationaltheater Prag.
- 1919 - Die Oper "Don Ranudo" von Othmar Schoeck wird in Zürich uraufgeführt.
- 1940 - Uraufführung der Oper "Maryša" von Emil František Burian in Brünn (Brno)
- 1958 - Uraufführung der Oper "Nana" von Manfred Gurlitt in Dortmund.
- 1970 - In Darmstadt wird Heinrich Böll bei der dreitägigen Generalversammlung des PEN-Zentrums zum neuen Präsidenten gewählt.
- 1972 - Uraufführung der Oper "Noch einen Löffel Gift, Liebling" von Siegfried Matthus an der Komischen Oper Berlin.
- 1988 - Uraufführung der Oper "Beatrice Cenci" von Berthold Goldschmidt in London.
Religion
- 1909 - Jeanne d'Arc, die "Jungfrau von Orleans", wird von Papst Pius X. in Rom seliggesprochen.
- 1984 - Muzaffer Efendi, der 19. Sheikh der Dscherrahi-Tariqa, besucht seine Derwische in New York.
- 2005 - Amtseinführung von Gerhard Feige als neuer katholischer Bischof von Magdeburg
Katastrophen
- 1850 - Einsturz der Hängebrücke von Angers (Frankreich) aufgrund der Resonanz, welche durch 730 im Gleichschritt marschierende Soldaten verursacht wurde. Dabei starben 226 Menschen.
- 1945 - Die Versenkung des mit Flüchtlingen beladenen deutschen Schiffes Goya in der Ostsee vor der pommerschen Küste durch das sowjetische U-Boot L3 fordert ca. 7.200 Tote, 175 Menschen können gerettet werden.
- 1947 - Die Explosion der mit Ammoniumnitrat beladenen Frachtschiffe Grandcamp (Frankreich) und Highflyer USA im Hafen von Texas City (Texas), führt zu 486 Todesopfern, über 100 Vermissten, 3000 Verletzten, hunderten Obdachlosen und 65 Millionen US-Dollar Schaden.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1996 - Die Chicago Bulls mit Michael Jordan gewinnen ihr 70. Spiel innerhalb einer NBA-Saison und sind somit das erste Team der Ligageschichte, das diese Marke erreicht.
Geboren
NBA
- 936 - As-Sulami, islamischer Mystiker
- 1319 - Johann II., König von Frankreich von 1350 bis 1364
- 1495 - Petrus Apianus, deutscher Astronom und Geograf
- 1619 - Jan van Riebeeck, niederländischer Schiffsarzt, Kaufmann und Kolonieverwalter
- 1646 - Jules Hardouin-Mansart, französischer Architekt
- 1652 - Klemens XII., Papst seit 1730
- 1671 - John Law, schottischer Nationalökonom
- 1682 - John Hadley, englischer Astronom und Mathematiker
- 1693 - Anna Sophie Reventlow, Gemahlin des dänischen Königs
- 1718 - Maria Gaetana Agnesi, italienische Mathematikerin und Philanthropin
- 1755 - Élisabeth Vigée-Lebrun, französische Malerin
- 1767 - Karl Julius Weber, deutscher Schriftsteller
- 1786 - Albrecht Adam, deutscher Schlachtenmaler
- 1797 - Adolphe Thiers, französischer Staatsmann und Historiker
- 1800 - Jakob Heine, deutscher Mediziner, Entdecker der spinalen Kinderlähmung
- 1802 - François-Christophe-Edouard Kellermann, französischer Staatsmann und Diplomat
- 1817 - Rudolf von Delbrück, deutscher Politiker
- 1821 - Ford Madox Brown, britischer Maler
- 1822 - Robert Luther, deutscher Astronom
- 1844 - Anatole France, französischer Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1921
- 1850 - Sidney Thomas, britischer Metallurg (Thomas-Verfahren, Thomasmehl)
- 1858 - Johann Flierl, deutscher Missionar
- 1867 - Wilbur Wright, US-amerikanischer Flugpionier und Flugzeugbauer
- 1871 - John Milington Synge, irischer Schriftsteller
- 1875 - Erwin Baur, deutscher Arzt, Botaniker, Genetiker und Züchtungsforscher
- 1879 - Leon Théry, Französischer Rennfahrer
- 1886 - Ernst Thälmann, Hamburger Arbeiter und Politiker
- 1889 - Charlie Chaplin, britischer Regisseur, Schauspieler und Komiker
- 1894 - Carl von Campe, deutscher Politiker
- 1896 - Ernst Udet, deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg
- 1896 - Tristan Tzara, französischer Schriftsteller
- 1897 - Alois Smolík, Flugzeugkonstrukteur
- 1897 - Eugen Leibfried, deutscher Politiker
- 1899 - Konstantin Konstantinowitsch Waginow, russischer Dichter
- 1914 - Mark Lasarewitsch Gallai, sowjetischer Testpilot und Ingenieur
- 1915 - Johannes Leppich, deutscher Jesuit und Wanderprediger
- 1916 - Walter Briest, Offizier, Diplomat, und MfS-Agent
- 1917 - Charlotte Salomon, deutsche Malerin
- 1918 - Spike Milligan, irischer Komiker, Schriftsteller, Dichter und Jazz-Musiker
- 1919 - Liberace, US-amerikanischer Musiker
- 1919 - Liesel Christ, Frankfurter Volksschauspielerin
- 1919 - Merce Cunningham, US-amerikanischer Tänzer und Choreograf
- 1921 - Peter Ustinov, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur
- 1921 - Wolfgang Leonhard, politischer Schriftsteller, Publizist, Historiker und Ostexperte
- 1922 - Boby Lapointe, französischer Sänger
- 1922 - Leo Tindemans, belgischer Politiker und Regierungschef
- 1924 - Henry Mancini, US-amerikanischer Musiker
- 1927 - Benedikt XVI., Papst (bürgerlich Joseph Alois Ratzinger)
- 1927 - Claus Arndt, deutscher Politiker und MdB
- 1927 - Rolf Schult, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 1929 - Ed Townsend, US-amerikanischer Sänger
- 1929 - Roy Hamilton, US-amerikanischer Sänger
- 1930 - Herbie Mann, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1932 - Henk Schouten, niederländischer Fußballspieler
- 1932 - Wolfgang Niederhöfer, deutscher Heimatforscher und Mühlenexperte
- 1933 - Karl Blecha, österreichischer Politiker und Innenminister
- 1933 - Ludwig Haas, deutscher Schauspieler
- 1933 - Perry Botkin, US-amerikanischer Musikproduzent
- 1934 - Alfred Flury, Schweizer Geistlicher und Chasonier
- 1934 - Robert Stigwood, australischer Musik- und Filmproduzent
- 1935 - Bobby Vinton, US-amerikanischer Sänger
- 1935 - Sarah Kirsch, deutsche Schriftstellerin
- 1939 - Dusty Springfield, britische Soulsängerin
- 1940 - Erika Simm, deutsche Politikerin und MdB
- 1940 - Erika Simm, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD)
- 1940 - Margrethe II., Königin von Dänemark
- 1943 - Dave Peverett, britischer Rockmusiker
- 1944 - Dennis Russell Davis, Dirigent
- 1944 - Elmar Wepper, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 1945 - Stefan Grossman, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Peteris Vasks, lettischer Komponist
- 1947 - Gerry Rafferty, britischer Musiker
- 1947 - Kareem Abdul-Jabbar, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1951 - Björgvin Helgi Halldórsson, bekannter isländischer Popsänger aus Hafnarfjörður
- 1952 - Alexander Tschäppät, Schweizer Politiker
- 1952 - Peter Arnold, deutscher Hornist
- 1952 - Peter Westbrook, US-amerikanischer Fechter
- 1952 - Ulrich Deuschle, deutscher Politiker
- 1953 - Kurt Maloo, schweizerischer Musiker
- 1954 - James Cameron, kanadischer Regisseur
- 1954 - Sibylle Lewitscharoff, deutsche Schriftstellerin
- 1955 - Henri von Luxemburg, Großherzog von Luxemburg
- 1955 - Kool DJ Herc, Musiker und Musikproduzent
- 1956 - Lise-Marie Morerod, schweizerische Skirennläuferin
- 1957 - Olexander Sintschenko, ukrainischer Politiker und stellvertretender Parlamentspräsident
- 1959 - Hartmut Koschyk, deutscher Politiker und MdB
- 1960 - Anke Gebert, deutsche Krimi-Schriftstellerin
- 1960 - Pierre Littbarski, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1960 - Sonja Leidemann, deutsche Politikerin
- 1962 - Ian MacKaye, US-amerikanischer Musiker und Labelgründer
- 1963 - Jimmy Osmond, US-amerikanischer Musiker
- 1966 - Kai Wiesinger, deutscher Schauspieler
- 1966 - Ovo Maltine, Polit-Tunte, Kabarett-Tunte und vor allem Aids-Aktivistin
- 1968 - Martin Dahlin, ehemaliger schwedischer Fußballspieler
- 1971 - Sven Fischer, deutscher Biathlet, Olympiasieger
- 1972 - Andreas Dittmer, deutscher Kanute
- 1972 - Conchita Martínez, spanische Tennisspielerin
- 1974 - Zali Steggall, australische Skiläuferin
- 1977 - Fredrik Ljungberg, schwedischer Fußballspieler
- 1979 - Lars Börgeling, deutscher Stabhochspringer
- 1979 - Christijan Albers, niederländischer Automobilrennfahrer
- 1980 - Adriana Sage, US-amerikanisches Fotomodell und Schauspielerin
Gestorben
- 1198 - Friedrich I., Herzog von Österreich
- 1597 - Caspar Cruciger der Jüngere, lutherischer Theologe
- 1689 - Aphra Behn, englische Schriftstellerin
- 1729 - Antonio Ferrante Gonzaga, Herzog von Guastalla
- 1756 - Jacques Cassini, französischer Astronom und Geograf
- 1757 - Daniel Gran, österreichischer Barockmaler
- 1783 - Benoit Joseph Labre, französischer Mystiker und katholischer Heiliger
- 1788 - Georges-Louis Leclerc de Buffon, französischer Naturforscher
- 1796 - Johann Friedrich Doles d. J., deutscher Komponist und Rechtsanwalt
- 1809 - Wassili Jakowlewitsch Tschitschagow, russischer Admiral und Polarforscher
- 1819 - Friedrich Valentin, deutscher Bildhauer
- 1828 - Francisco de Goya, spanischer Maler und Graphiker
- 1850 - Johann David Heegewaldt, Geheimer Hofrat
- 1858 - Johann Baptist Cramer, Pianist und Komponist
- 1859 - Alexis de Tocqueville, französischer Publizist und Politiker
- 1860 - Bartolomeo Borghesi, italienischer Inschriftenforscher
- 1861 - Friedrich Landolin Karl Freiherr von Blittersdorf, badischer Beamter
- 1870 - Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien, älteste Tochter König Franz' I. von Neapel
- 1879 - Bernadette Soubirous, französische Nonne und katholische Heilige
- 1888 - Friedrich Grillo, deutscher Industrieller
- 1891 - Elisabeth Rosenthal, Gründerin der ersten privaten höheren Mädchenschule in Magdeburg
- 1901 - Henry Augustus Rowland, Physiker
- 1905 - Otto Wilhelm von Struve, deutschstämmiger Astronom in Russland
- 1914 - George William Hill, US-amerikanischer Astronom und Mathematiker
- 1921 - Willibrord Benzler, Bischof, Mönch
- 1932 - Ferruccio Cattelani, italienischer Komponist
- 1938 - Steve Bloomer, englischer Fußballspieler
- 1941 - Hans Driesch, deutscher Biologe und Naturphilosoph
- 1947 - Rudolf Höß, Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz
- 1951 - Martin Loibl, deutscher Politiker
- 1958 - Rosalind Elsie Franklin, britische Biochemikerin
- 1962 - Hans Dirscherl, deutscher Politiker
- 1965 - Wilhelm Banse, deutscher Politiker und MdB
- 1968 - Albert Betz, deutscher Physiker und Pionier der Windkrafttechnik
- 1968 - Edna Ferber, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1972 - Yasunari Kawabata, japanischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger
- 1975 - Sarvepalli Radhakrishnan, indischer Philosoph, Politiker und Staatspräsident
- 1978 - Lucius D. Clay, Stellvertreter von Dwight D. Eisenhower
- 1978 - Richard Lindner, US-amerikanischer Maler und Grafiker
- 1980 - Morris Stoloff, US-amerikanischer Bandleader
- 1981 - Sigurd Debus, deutscher RAF-Terrorist
- 1982 - Anatoli Nikolajewitsch Alexandrow, russischer Komponist
- 1982 - Hermann Diebäcker, deutscher Politiker und MdB
- 1989 - Ishikawa Kaoru, entwickelte das Konzept des Qualitätszirkels
- 1989 - Kaoru Ishikawa, japanischer Chemiker, entwickelte 'Ishikawa-Diagramm'
- 1991 - Ernst Theodor Eichelbaum, deutscher Politiker und MdB
- 1992 - Werner Holtfort, deutscher Politiker
- 1994 - Ralph Ellison, US-amerikanischer Autor
- 1996 - Stavros Niarchos, griechischer Reeder
- 1997 - Roland Topor, französischer Autor, Schauspieler und Maler
- 2001 - Alberto Erede, in Monaco; italienischer Dirigent
- 2002 - Herbert Wernicke, deutscher Opernregisseur
- 2002 - Ramiro de Leon Carpio, guatemaltekischer Politiker und Präsident
- 2003 - Kurt Kluxen, deutscher Historiker
- 2004 - Giovanni Agnelli, italienischer Großindustrieller
- 2004 - Karin Eickelbaum, deutsche Schauspielerin
- 2005 - Marla Ruzicka, US-amerikanische Journalistin
Feier- und Gedenktage
- Benedikt - Benoit Joseph Labre, französischer Mystiker (katholisch)
- Bernadette - Bernadette Soubirous: französisches Mädchen, der im Jahre 1858 die Mutter Gottes erschien (katholisch)
- Paul - Paulus: Gedenktag der Überführung der Kopfreliquie in die Lateranskirche
Siehe auch
- 15. April - 17. April
- 16. März - 16. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0416
ja:4月16日
ko:4월 16일
simple:April 16
th:16 เมษายน
1927
- 1. Januar: Giuseppe Motta wird zum dritten Mal Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Ungarn führt als neue Währung den Pengő ein
- 14. April: Der erste Volvo verlässt das Werk auf der Insel Hisingen
- 14. Mai: Stapellauf der Cap Arcona
- 20./21. Mai: Charles Lindbergh fliegt nonstop von New York nach Paris
- 1. Juni: Der Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, wird eröffnet
- 15. Juli: In Wien wird im Zuge der so genannten Julirevolte der Justizpalast nach einem Skandalurteil gestürmt und in Brand gesteckt
- 23. August: Sacco und Vanzetti auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet
- Abschaffung der Lanze als offizielle Gefechtswaffe in der britischen Armee
Wissenschaft und Technik
- Juni: Werner Heisenberg veröffentlicht seine Arbeit zur Unschärferelation
- Rundfunksender Nürnberg-Kleinreuth wird errichtet
- Clinton Joseph Davisson und George Paget Thomson führen ihr Experiment zum Nachweis der Elektronenstreuung an Festkörpern, (in: Nature 119 (1927), 558; Physical Review 30 (1927), 705)
Luftfahrt
- März: Erstflug der Fokker F.VIII
- März: Erstflug der Lockheed Vega
Kultur
- 8. Januar: Uraufführung der Oper Penthesilea von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Dresden
- 28. Januar: Uraufführung der Oper Angélique von Jacques Ibert in Paris
- 17. Februar: Uraufführung der Oper Hanneles Himmelfahrt von Paul Graener in Dresden
- 21. Februar: Uraufführung der Operette Der Zarewitsch von Franz Lehár am Deutschen Künstler-Theater in Berlin
- 26. Mai: Uraufführung der Operette Märchen im Schnee von Robert Stolz am Johann Strauß Theater in Wien
- 7. Oktober: Uraufführung der Oper Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold in Hamburg
- 14. November: Uraufführung des Musicals Funny Face von George Gershwin am Alvin Theatre in New York
- 18. November: Uraufführung der Oper La Campana sommersa (Die versunkene Glocke) von Ottorino Respighi an der Hamburgischen Staatsoper
- 25. Dezember: Uraufführung der Operette Die blonde Liselott von Eduard Künneke in Altenburg
- 28. Dezember: Uraufführung der Oper Antigone von Arthur Honegger am Théâtre de la Monnaie in Brüssel
Katastrophen
- 7. März: Erdbeben der Stärke 7,6 in Tango, Japan, mehr als 3.000 Tote
- 22. Mai: Erdbeben der Stärke 7,9 in Tsinghai, Republik China, etwa 200.000 Tote
- 1. Juni: Drei Tornados beschädigen oder zerstören in mehreren niedersächsischen Ortschaften insgesamt über 200 Häuser. 2 Menschen werden getötet und dutzende verletzt
- 8./9. Juli: Eine Hochwasserkatastrophe trifft die Flusstäler im Osterzgebirge und richtet insbesondere in den Tälern der Müglitz (Fluss) und Gottleuba gewaltige Schäden an. Den Fluten fallen insgesamt 145 Menschen zum Opfer, darunter allein 88 in Berggießhübel
- 25. August: Der Torpedobootzerstörer „Warabi“ sinkt nach einer Kollision mit dem Leichten Kreuzer „Jindsu“ (beide Japan) vor Bungo-Suido. 102 Tote
- 30. Oktober: New Brunswick, USA. Ein Flugzeug der Colonial Air Transport Fairchild stürzte ab. 4 Tote
- 17. Dezember: Untergang des U-Bootes S 4 vor | | |